20.11. – 09.12.

Na HOPPLA ! Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug! In den letzten drei Wochen gab es keine spontanen Wochenendsausflüge oder aufregende Schülerstreiks in der Schule, darum schreibe ich mal einen zusammenfassenden Eintag über die Dinge die passiert sind.

Gleich in der Woche nachdem wir die Volleybälle gekauft haben, gings damit natürlich los in der Schule! Ein Seil gespannt zwischen zwei Pfählen ist ja fast genauso gut wie ein Netz. Lisa und ich wussten zuerst nicht was uns beim spielen erwarten würde, wie gut die Schüler sind und nach welchen für uns vielleicht neuen Regeln sie sich richten. Letztendlich stellte sich dann heraus dass es so gut wie keine Regeln zum befolgen gab und das Spiel, verglichen damit wie wir es lernen, ein ziemliches Chaos war. Die Schüler einzeln an sich können wirklich gut spielen, aber im Team zusammen zu arbeiten klappt weniger. Lisa und ich waren erst etwas verloren auf dem Spielfeld, denn wir mussten uns ers teinmal zurecht finden, ohne Positionen. Zudem wird Volleyball so gut wie nur von Jungs gespielt und wenn man dann vorne einen schmetternden Ball blocken soll überlegt man sich das doch lieber zweimal. Die Mädchen wurden eigentlich immer vom Spielfeld verscheucht, wenn sich doch mal eines getraut hat dazu zu kommen.

Mittlerweile nach drei Wochen und fast jeden Tag spielen haben Lisa und ich uns doch schon ganz gut an den neuen Spielstil gewöhnt. Wir spielen auch ab und zu nur mit den Lehrern, da läuft alles etwas weniger chaotisch ab. Es macht wirklich Spaß !

Mittlerweile bleiben wir auch immer fast bis um fünf in der Schule und sitzen mit allen zusammen, quatschen oder machen sonst welche Dinge.

Innerhalb der drei Wochen begannen die Exams in der Schule, denn vor Weihnachten endet das erste Schulterm. Für uns bedeutete das im Office der Sekretärin sitzen und helfen die von Hand geschriebenen Prüfungen einzutippen, um sie später auszudrucken. Ich glaube wir verbrachten drei volle Schultage mit tippen, tippen, tippen, bis wir mit allen Exams fertig waren.

Als erstes wurden die Naturwissenschaftlichen Arbeiten geschrieben, für die man das Laboratory zum experimentieren brauchte. Lisa und ich halfen beim Beaufsichtigen und die Zeit zu managen. Das time keeping war auch gar nicht so einfach, da im Lab nur begrenzt Materialien verfügbar waren und es deshalb wenige Plätze zum Experimentieren gab. Nach einer halben Stunde Zeit um das Experiment durchzuführen, war der Nächste dran. Anfangs war es noch ganz einfach die Übersicht zu behalten, denn alle fingen zur selben Zeit an. Da aber manche auch schon vor Ablauf ihrer halben Stunde fertig waren und neue Schüler nachrückten wurde es immer komplizierter sich alle Zeiten zu merken. Der Rest der Schüler der Klasse schrieben in einem anderen Klassenzimmer den theoretischen Teil der Arbeit. Was für mich sehr überraschend war, dass Klassen während des Exams einfach für längere Zeit alleine gelassen wurden, ohne jegliche Beaufsichtigung. Und später wurde darüber gequatscht was für ein Problem doch die schummeln den Schüler seien. Da musste ich schon ein wenig Schmunzeln. Wenn doch mal jemand beim spicken erwischt wurde, sammelte man den Spicker ein und der Schüler schrieb weiter. Später beim korrigieren gab es aber glatte 0 Punkteauf das Exam, es wird also nicht mehr gewertet.

Am Wochenende nach unserem Trip trafen wir uns Sonntag mit ein paar Lehrern und gingen gemeinsam zum See. Wir hatten unglaublich viel Spaß und als wir nach Hause kamen war es schon lange dunkel. Ich hatte jedoch auch ein erschreckendes Erlebnis während des Badens. Einer der Lehrer konnte nicht schwimmen, hatte vorher aber kein Wort davon gesagt. Als wir alle gemeinsam ins Wasser gingen, führte unser Weg natürlich ins Tiefe. Ich war zum Glück neben ihm, als er den Boden unter den Füßen verlor und die Wellen ihn ziemlich unter Panik versetzen, da er immerzu untertauchte. Zuerst dachte ich er würde nur Spaß machen, man erwartet ja nicht, dass jemand so Tief ins Wasser geht und garnicht schwimmen kann. Ich führte, bzw. zog in dann wieder ins flachere Wasser, wo er wieder Boden unter den Füßen hatte. Nach ein Paar Minuten Verschnaufpause wurde ihm die ganze Situation sehr unangenehm und auch peinlich, was ja auch verständlich ist. Es sollte wohl eigentlich keiner mitbekommen, dass er nicht schwimmen kann. Ich schickte ihn dann noch weiter ins flacherer Wasser, die anderen hatten davon rein gar nichts mitbekommen und waren schon ein Stück entfernt. Er und ich sind also noch glimpflich mit einem Schrecken davon gekommen, ich will mir aber gar nicht vorstellen was hätte anderes passieren können…

Den Montag danach brachte uns Pricilla zu Hause bei, wie man Samusas zubereitet. Ichglaube ich hatte schon einmal darüber geschrieben was das ist. Bin mir aber nicht sicher, also erkläre ich es einfach schnell noch einmal. Samusas sind dreieckige frittierte Teigtaschen die man mitallen möglichen Dingen füllen kann und sind wirklich super lecker ! In der Schule essen wir sie fast jeden Tag, wenn jemand zum verkaufen vorbei kommt (sie kosten pro Stück 50 Kwatcha, das sind ca. 6 cent). Allan war auch beim Zubereiten dabei und wir hatten gemeinsam einen sehr lustigen Abend. Unsere finalen Samusas sahen zwar lange nicht so gut aus, wie die die immer verkauft werden, aber geschmeckt haben sie wirklich wunderbar. Gefüllt hatten wir sie mit angebratenen Zwiebeln, Kartoffeln und Gewürzen.

Das nächste Wochenende war ein wirklich ruhiges Wochenende. Wir waren nur zu Hause, haben gelesen, gequatscht und entspannt. Ich war außerdem krank, mit Halsschmerzen und dollen Kopfschmerzen, somit hab ich auch sehr viel geschlafen. Lisa und ich haben währenddessen festgestellt, dass eigentlich immer einer von uns irgendwelche gesundheitlichen Beschwerden hat, auch wenns nur kleine sind. Da merkt man dann doch, das der Körper sich immer noch an die veränderten Lebensverhältnisse gewöhnt. Mir ging es jedenfalls von Freitag Abend bis Montag morgen nicht besser, sondern eher schlechter. Da man ja immer nicht so ganz genau weiß, was man hat und ob es nicht doch Malaria sein könnte, überredete mich Cliff am Montag ins Krankenhaus zu gehen. Das hört sich jetzt ziemlich dramatisch an, aber es gibt hier eben keine Hausärzte und das Krankenhaus ist die einzige medizinische Anlaufstelle. Mir selbst kam es auch ziemlich komisch vor wegen Halsschmerzen und Kopfschmerzen ins Krankenhaus zu gehen, aber naja, sicher ist sicher. Mir ging es ja wirklich nicht gut. Cliff und ich gingen also los und sammelten Lisa auf unserem Weg in der Schule ein. Dort angekommen traf ich einen Arzt mit dem ich ein wenig befreundet bin und wurde direkt zur Behandlung dran genommen. Nachdem er sich meine Beschwerden angehört hatte, wurde erst einmal ein Malaria Test gemacht. Dieser war zum Glück negativ ! Daraufhin verschrieb er mir Antibiotika, Schmerztabletten und eine Injektion von einem Mittel wo ich mir selbst nicht mehr ganz so sicher bin, was es eigentlich war. Mein Arm tat die nächste Woche danach jedenfalls gut weh. Das hier Antibiotika so schnell verschrieben wird ist ganz normal. Es ist das Mittel gegen alles. Die ganze Behandlung und die Tablettenkosteten schlussendlich 2500 Kwatcha. Das sind umgerechnet ungefähr knappe drei Euro… Den Großteil derTabletten habe ich jedenfalls nicht genommen, und mir geht nach 5 Tagen Volleyball pause in der Schule wieder gut.

Am Samstag den 08.12. hat uns Mwalilino, ein Lehrer aus der Schule, bei sich zum Mittagessen eingeladen. Es gab Chips, Ei und sehr leckere Spaghetti! Er wohnt und arbeitet seit zwei Monaten in Chilumba und die Schule hat im eine „Wohnung“ nahe der Schule gestellt. Er hat zwei Zimmer und kein einziges Möbelstück. Seine Kleidung hängt über einer gespannten Schnur, schlafen tut er auf einer dünnen Matratze und Strom hat er auch keinen. Es war schon erschreckend zu sehen, mit wie wenig Eigentum er lebt. Und Lisa und ich beschweren uns in unserem zu Hause, dass wir nicht genug Abstellmöglichkeiten für unsere Dinge haben …

Am Nachmittag verabredeten wir uns mit ihm und Pricilla gemeinsam zum See zufahren. Dort angekommen trafen wir zufälligerweise noch einen anderen Lehrer der Schule und ein paar Schüler und wir schlossen unszusammen. Auf gings ins Wasser ! Später trennten wir uns wieder und wir vier setzen uns noch in eine Lodge am Wasser, schlürften ein paar Bierchen und genossen die Aussicht.

Jetzt gerade (Sonntag Mittag) hab ich das Klamotten waschen hinter mir und höre es in der Ferne donnern, vielleicht regnets noch. 🙂

Es kann sein, dass mein nächster Blogeintrag etwas später erscheint, da nächsten Mittwoch die Schulferien beginnen und wir über Weihnachten und Silvester weg fahren. Ich weiß also nicht ob ich dazwischen mal dazu komme einen Eintrag zu schreiben, also wundert euch nicht falls es etwas länger dauert. Eine schöne Weihnachtszeit euch allen und bis denne !

12.11. – 15.11.

Montag entwickelten wir ein neues Layout für den Stundenplan im Staffroom, da dieser sehr klein war und unpraktisch zu lesen. Ein Bild von unserem Neuen gibts weiter unten. 😀

Dienstag trafen wir uns nach der Schule mit einem Schüler aus Form 3. Wie es dazugekommen ist, ist eigentlich eine leicht unglückliche Geschichte.

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05.11. – 11.11.

Innerhalb der Schulzeit ist diese Woche nicht sonderlich viel erzählenswertes passiert. Wir arbeiteten in der Bibliothek und halfen bei anderen kleineren Sachen aus.

Mittwoch Nachmittag ließen wir uns beim Schulsport von den Jungs überreden Fußball mitzuspielen. Es war ein Desaster… Sie sind einfach viel zu gut für uns. Aber immerhin müssen wir jetzt nicht mehr immerzu ablehnen wenn sie uns zum spielen einladen, da wir gar nicht mehr gefragt werden. 😛

Etwas außergewöhnliches gab es innerhalb der Woche doch.

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29.10.-04.11

Den Montag nach unserem langen Wochenende waren wir natürlich dementsprechend müde in der Schule. Erst dachten wir uns noch man sieht es uns vielleicht nicht an, aber nachdem wir von ein paar Lehrern und Schülern angesprochen wurden ob wir denn die letzte Nacht nicht geschlafen hätten, verflüchtigte sich unser Wunschdenken.

Nachdem die Schule vorbei war, sind wir direkt nach Hause gegangen um einen ausgiebigen Nachmittagsschlaf zu halten. Tja in der Theorie hörte sich das ganz einfach an, aber zu Hause angekommen bewies sich dann das Gegenteil. In unserer Planung hatten wir die vielen Kinder vergessen, die immer zu uns kommen.

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22.10. – 25.10.

Die Wochen vergehen wie im Flug ! Leider kommen wir in der Bibliothek im Moment überhaupt nicht voran. Bei uns allen ist irgendwie die Luft raus und wir finden ständig etwas anderes zu tun. Den Großteil der Bücher können die Schüler problemlos ausleihen, nur gibt es eben immer noch den anderen nichtregistrierten Teil. Naja, machen wir schon noch.

Ansonsten haben wir dem Computer-studies Lehrer geholfen Tests zu korrigieren und Pricilla, der Sekretärin, ein wenig unter die Arme gegriffen. Nachdem der offizielle Schultag vorbei war sind wir häufig noch in der Schule geblieben, saßen draußen und haben mit den Lehrern gequatscht. Es ist schön zu beobachten wie wir uns immer mehr untereinander anfreunden und Zeit miteinander verbringen.

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15.10. – 21.10.

Montag war Mothersday und dementsprechend keine Schule. Lisa und ich hatten die Idee mit den Mädels aus dem Internat einen Trip zum See zu machen. Es stand am Freitag fest, dass der Trip stattfinden würde, aber Sonntag Abend wussten wir immer noch nicht wie wir hinkommen würden… bis mich Montag um kurz vor sechs unser Nachbar Mr. Mosakwacha aufweckte, indem er vor meinem Fenster solange meinen Namen rief bis ich antwortete. Vor der Tür erzählte er mir dann, wie am Tag alles funktionieren würde.

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13.10. – 14.10.

Am Samstag mussten Lisa und ich schon relativ früh aufstehen (für einen Tag am Wochenende jedenfalls ;)), da wir einen Schulausflug nach Chitipa haben würden. Uns wurde gesagt wir treffen uns so ungefähr 8.30 Uhr in der Schule um gemeinsam los zu fahren. Wir dachten natürlich es würde mindestens eine halbe Stunde später als geplant losgehen und ließen uns zu Hause gemütlich Zeit.

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05.10. – 12.10.

Am Freitag nach unserer Ankunft gings auch schon direkt wieder in die Schule, aber leider nur für mich. Lisa hatte sich das selbe eingefangen wie ich einige Tage zuvor und ist den Tag Zuhause geblieben. Ich war wie immer in der Bibliothek und nach dem Mittagessen wurde ein Quiz veranstaltet. Es gab zwei Teams von denen jeweils ein Mädchen und ein Junge aus jeder Klassenstufe als Quizteilnehmer in der Mitte saßen. Die Stimmung war fröhlich aber auch konzentriert und es war interessant zu hören was für Fragen ihnen gestellt wurden.

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