07.01. – 26.01.

Und schon wieder sind es drei Wochen von denen so einiges zu erzählen ist !

Am ersten Schultag, Montag den 07.01., fand kein Unterricht statt und es fühlte sich an wie ein weiterer Ferientag. Nachmittags sind wir mit Cliff nach Ngara (ein Dorf ca. 45 min von uns entfernt) gefahren, er zieht nämlich temporär von Zuhause aus und macht eine Ausbildung zum Schreiner/Tischler. Wir freuten uns natürlich total für ihn, dass er dort angenommen wurde, aber traurig über sein gehen waren wir trotzdem. Die nächsten Abende bei uns Zuhause fühlten sich ziemlich Still an …

Die nächsten Tage wurde der normale Unterricht auch noch nicht begonnen, es waren einfach zu wenig Schüler da. Abgesehen von ein paar wichtigen Meetings saßen wir also hauptsächlich zusammen und quatschten.

In dieser Woche lernten wir den jungen Bruder vom Direktor kennen, welcher auch einmal Mentor für Freiwillige war. Nun lebt er aber in Lesotho und ist dort Professor an einer Uni. Wir quatschten häufiger in der Schule mit ihm und am Donnerstag Abend gingen wir gemeinsam Abendessen. Er erzählte uns viel von seinem Leben und Erfahrungen, man hatte wirklich einen tollen Gesprächspartner mit ihm. Er lebte für mehrere Jahre in Amerika, Kanada und Australien. Und es war schön sich mal mit jemandem zu unterhalten, der nicht „nur“ die Malawische Kultur kennt. Lisa und ich fanden es am Ende des Abends sogar schade, dass er nicht unser Mentor hätte sein können, denn jemanden mit dem man sich so unterhalten kann wie mit ihm, findet man hier selten. Es war ein toller Abend !

Ach, und eine der wichtigsten Sachen der Woche hätte ich fast vergessen. Lisa und ich haben unser „Büro“ gewechselt ! Wir sind jetzt verantwortlich für das Computer-Lab, denn der vorherige Lehrer hat sehr kurzfristig die Schule verlassen. Wir konnten uns also schon einmal auf das Unterrichten einstellen und mit den Computern vertraut machen.

Am Sonntag gings zum Friseur ! Lisa und ich hatten nun (nach langer Zeit des Haare-wachsen-lassens bei mir) beschlossen uns Braids machen zu lassen. Eigentlich sollten wir beide am Sonntag mit den Haaren fertig werden, jedoch brauchte Lisas Frisur etwas länger als erwartet. Unsere Friseuse war total lieb, wir unterhielten uns viel, hatten ja auch genug Zeit. Es dauerte 5 Stunden und wir kamen wirklich sehr spät Abends Zuhause an.

Montag nach der Schule war ich also dran, und heilige Sch**** tat es weh ! Lisa und ich hatten uns verschiedene Frisuren ausgesucht und meine die Schmerzhaftere, denn meine Braids wurden direkt an der Kopfhaut geflochten. Nach ca. 4 Stunden waren wir fertig und der Schmerz hatte sich aber wirklich gelohnt !

Am Dienstag war Feiertag, also auch keine Schule. Dort gewesen sind wir aber trotzdem fast den ganzen Tag. Abends kochten wir für Shaba und Mwalilino „German rice“ (eine einfache Reispfanne mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen, mehr Gemüse haben wir hier im Moment nicht) und ihnen hat es sehr geschmeckt, puuuh Prüfung bestanden ! ;P

Die Woche begannen wir auch zu unterrichten und es lief so gut es eben gehen kann, wenn man keine Ahnung hat mit welchem Thema aufgehört wurde und eine Menge der Computer im Raum nicht funktionierten. Es war also mehr improvisations-Unterricht.

Am Donnerstag bekamen wir zwei neue Regale für unser Zuhause. Wir wollten ein kleines Regal in der Küche, welches auch als Arbeitsfläche dienen sollte und ein zweites von der selben Art für Lisas Zimmer. Vor ca. 6 Wochen zeichneten wir einen übersichtlichen Plan mit allen Maßen und übergaben ihn zusammen mit dem Direktor einem Carpenter. Dieser sagte, „kein Problem !“ und legte (irgendwann dann) los. Als es dann endlich soweit war und wir mit dem Transporter der Schule los fuhren um es abzuholen, waren wir sehr überrascht was wir zu Gesicht bekamen… Es waren riesen-Regale, verglichen damit was wir eigentlich gewollt hatten. Seine Arbeit wieder zu reklamieren kam für uns aber nicht in frage, da wir nicht mit dem Direktor dort waren und natürlich nicht unhöflich sein wollten. So fuhren wir also los nach Hause, mit zwei riesigen Regalen dabei. Da man aber nicht mit dem Auto bis zu uns vor die Haustür fahren kann, sammelten wir ein paar Schülerinnen aus der Schule zum Helfen ein (es waren keine starken Jungs mehr dort, da es schon Nachmittags war) und so begann das Schleppen. Eine weitere lustige Sache war, dass Lisa und ich am Morgen nach dem Frühstück nicht aufgeräumt hatten und sowieso eine gewisse grund-Unordnung herrschte. Einer von uns (ich) mogelte sich also vom schleppen davon, um „die Haustür schon einmal aufzuschließen“ und räumte in Windeseile alles mögliche weg. Wirklich gerade in der Sekunde als ich fertig wurde, kam auch schon das erste Regal herein. Tja, und natürlich passte das Regal dann nicht in die Küche, Lisa und ich räumten später noch das ganze Wohnzimmer um.

Am Samstag (den 19.01.) gab es in der Schule eine Disko und ein paar Tanzaufführungen von kleinen Schülergruppen. Und mal wieder bewunderten Lisa und ich ein wenig neidisch die Tanzkünste aller. Es ist wirklich unglaublich ! Zwischendurch gab es immer mal wieder ein paar Blackouts und es wurde zur Pause gezwungen. Nach den Aufführungen ging das free dancing los und alle hatten ihren Spaß. Wir Staff members haben jedoch nicht sonderlich viel getanzt, Lisa und ich wurden ein Paar mal mit auf die Tanzfläche gezogen, blieben dort aber nie lange. Je später es wurde (ich spreche hier von Nachmittags, so 16-17 Uhr) merkte man wie der Alkohol-Pegel einiger Schüler doch recht hoch stieg. Um 18 Uhr wurde dann auch der Stecker gezogen und es gab große Auffuhr über das frühe Ende der Disko. Aber keine Diskussionen, Schluss, Aus, Ende !

Am Sonntag besuchten wir Cliff. Albert wohnte mittlerweile zufälligerweise im gleichen Zimmer, denn er wurde am selben Collage für eine Ausbildung angenommen. Wir verbrachten einen wirklich schönen Tag zusammen, ich hatte das lange quatschen Abends doch sehr vermisst. Stattdessen schauen wir im Moment Game of Thrones mit Shaba und Sam, die dafür fast jeden Abend bei uns vorbei kommen.

Die nächste Schulwoche verlief ähnlich wie die letzte, wir hatten unsere Computerstudies Unterrichtsstunden und erledigten zwischendurch ein paar Aufgaben für den Direktor. Wenn wir nichts zu tun hatten saßen wir im Lab und beschäftigten uns mit anderen Dingen. Am Mittwoch mussten wir leider schon wieder unsere schönen Haare entfernen. Lisas Zöpfe begannen heraus zu rutschen, meine waren eigentlich immer noch sehr fest. Jedoch fahren wir (heute ist Donnerstag) am Samstag los zu unserem Zwischenseminar nach Tansania und ich wollte sie nicht während des Seminars raus machen müssen. Was jetzt aber schon fest steht, neue Frisuren werden garantiert kommen !

Morgen, am Freitag, werden wir wohl nicht in die Schule gehen und unsere Sachen waschen und packen. Auch ein Hausputz ist noch einmal nötig. Samstag Morgen geht es dann los nach Dar es Salaam. Genaueres über unsere Reise dorthin will ich aber noch nicht preisgeben, denn wie ihr mittlerweile wisst kommt eh meist alles anders als man es plant. 😀

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