29.10.-04.11

Den Montag nach unserem langen Wochenende waren wir natürlich dementsprechend müde in der Schule. Erst dachten wir uns noch man sieht es uns vielleicht nicht an, aber nachdem wir von ein paar Lehrern und Schülern angesprochen wurden ob wir denn die letzte Nacht nicht geschlafen hätten, verflüchtigte sich unser Wunschdenken.

Nachdem die Schule vorbei war, sind wir direkt nach Hause gegangen um einen ausgiebigen Nachmittagsschlaf zu halten. Tja in der Theorie hörte sich das ganz einfach an, aber zu Hause angekommen bewies sich dann das Gegenteil. In unserer Planung hatten wir die vielen Kinder vergessen, die immer zu uns kommen.

Irgendwann hatten wir es geschafft alle mit Malsachen nach draußen zu scheuchen und die Haustür hinter ihnen zu zu machen. Lisa hat mir im Nachhinein erzählt, dass sie noch öfters hereingekommen waren und etwas wollten, aber ich war zu dem Zeitpunkt schon tief und fest am Schlummern.

Innerhalb der Woche war etwas ganz witziges passiert, ein Paket an einen unserer Vorfreiwilligen ist nach langer Verspätung angekommen. Lisa und ich waren natürlich super neugierig ob vielleicht ein paar Lebensmittel drin sein könnten. Nachdem wir uns die Erlaubnis zum Öffnen eingeholt hatten wurde der Inhalt sofort begutachtet. Und tatsächlich, es war voller Gewürze, Snacks, ein paar Fertigessen und das beste … NUTELLA !!!

Das erste was wir machten waren Essensregeln dafür aufzustellen, damit wir es so lange wie möglich genießen können. Innerhalb der Woche sind nun zwei Nutellabrote erlaubt und das wichtigste, kein Löffeln ! 😉

In der Schule gab es die Tage einen großen Protest gegen das Schulessen. Die Schulgebühren wurden wohl Anfang des Jahres erhöht um das Essen zu verbessern, aber nichts war passiert. Nun streikten die Schüler indem sie nichts mehr aßen, und ein paar warfen sogar das Nsima umher.

Uns wurde erzählt, das dieser Konflikt schon eine ganze Weile besteht und es nicht das erste Mal war das so etwas passiert.

Lisa und ich versuchten in der Sache neutral zu bleiben und uns von keiner Seite, die des Direktors oder der Schüler, einnehmen zu lassen. Wir hatten für beide Verständnis,

Ende der Geschichte war dann, dass ein paar Schüler die den Streik angezettelt hatten für eine Woche suspendiert wurden und ein neuer Essensplan erstellt werden sollte.

Am Freitag wurde nach dem Unterricht ein kleines Schauspielstück vom Drama-Club der Schule aufgeführt und es war wirklich gar nicht schlecht, wie die Meisten vorher gedacht hatten.

Etwas anderes tolles in der Woche war, dass ich das erste Mal joggen gegangen bin ! Ich war mir die Wochen zuvor nie sicher, wo ich überhaupt lang laufen sollte und dieses Mal sagte ich mir dann einfach, „Ach, einfach loslaufen, der Weg findet sich schon von allein!“. Ein anderes Hindernis war mir immer der Reaktion der Leute hier darauf, da es wirklich etwas unnomales ist joggen zu gehen. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl mich genug eingelebt zu haben und das Selbstbewusstsein einfach los zu laufen, trotz der vielleicht unangenehmen Reaktionen. Hauptsache mal anfangen und nicht weiter herauszögern! Letztendlich war es auch gar nicht so schlimm (wie man im Nachhinein immer so schön sagen kann) als das ich sagen würde hier kann ich nicht joggen gehen. Es gab viele verschiedene Reaktionen: manche schauten mich bewundernd an, andere lachten mich aus, ein Paar Pfiffen mir hinterher, ich wurde angefeuert und skeptisch begutachtet oder auch einfach gar nicht wahrgenommen. Die größte Herausforderung war schlussendlich die Hitze. Joggen bei über 30°C ist schon hart. Eigentlich wäre es klüger morgens laufen zu gehen, da ist es von der Nacht noch ein wenig kühler, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen dafür 5 Uhr morgens aufzustehen. Naja, Hauptsache ich gehe und trinke genug !

Wenn es interessiert kann ich ja ab und zu mal ein paar Updates zu meinen Fortschritten geben ?! (Das Fragezeichen ist übrigens ein Zeichen für euch, mal die Initiative zu ergreifen und ein Kommentar zu verfassen. Nur als kleine Erinnerung. ;))

Am Samstag hatten wir uns mit Naomi verabredet und würden zusammen ihr zu Hause besuchen und zum See gehen.

Morgens fuhren wir also zu dritt mit unseren zwei Fahrrädern los, angekommen bei ihrem zu Hause quatschten wir ein wenig und schauten später etwas Fernsehen (einen Fernseher zu haben ist hier etwas besonderes). Zum Mittagessen gab es Nsima mit Fisch. Und der Fisch war wirklich super lecker, Lisa und ich hatten uns so voll gegessen dass wir uns später beim baden gehen kaum bewegen konnten. Im Wasser war es aber trotzdem sehr angenehm und kühl. Wir verbrachten dann auch fast zwei Stunden am Strand, die Sonne hatte schon begonnen unter zu gehen als wir uns auf den nachhause Weg machten. Lisa hatte sich an dem Tag einen schönen Sonnenbrand geholt, ich bin bis jetzt immer davon verschont geblieben.

Sonntag war mal wieder Waschtag. Die Woche davor waren wir ja in Mzuzu und hatten somit das Waschen einmal ausgesetzt, dementsprechend viel hatten wir dafür diesen Sonntag zu tun. So langsam werden wir aber immer geschickter darin und es wird von Mal zu Mal schneller.

Später haben wir Pricilla besucht und wollten einen Film zusammen schauen, nach kurzer Zeit kamen aber Shawa und Mwalilino dazu und wir begannen zu quatschen.

Es war schon früher Abend als wir nach Hause kamen und ich ging noch eine Runde joggen.

Zum Abendessen kochen wir jetzt schon regelmäßig Nsima, wir haben es nach ein paar verhauenen Versuchen auch schon fast drauf. Cliff (unser Lehrer) ist jedenfalls zufrieden mit uns. 😉

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