31.8

Um sechs Uhr Morgens geht hier der Tag los. Draußen hört man langsam immer mehr Stimmen von vorbeilaufenden Leuten oder den Nachbarn. Ich lag noch bis 6.30 Uhr im Bett und konnte mich dann aber dazu aufrappeln aufzustehen. Zum Frühstück hatte ich nicht viel da, da ich immer noch kein Geld hatte und nicht einkaufen war. Es gab also trocken Brot welches Felix mir am Vortag gegeben hatte. Um acht Uhr klopfte es dann plötzlich an der Tür und eine junge Frau stand davor, welche ich noch nicht kennengelernt hatte. Sie sagte mir „Los komm wir fahren zusammen nach Karonga und ich zeige dir alles.“. Ich war ein wenig verwundert, aber ging mit. Später stellte sich dann heraus, dass sie von Felix geschickt wurde.

Auf der Autofahrt nach Karonga hab ich das erste Mal den Malawisee gesehen und er wirkte wie ein Meer. Man kann sich wirklich nicht vorstellen wie riesig er ist. Außerdem hab ich auch noch Bäume von einer Größe gesehen, wie nie zuvor. In Karonga angekommen, hat mir Agness (die junge Frau) die Stadt gezeigt. Wir sind in alle möglichen Läden gegangen und über den Markt geschlendert. Wieder wurde ich aus allen Richtungen begrüßt und begutachtet. Aber mittlerweile hatte ich mich schon einigermaßen daran gewöhnt und konnte mit meinem knappen Tumbuka auch schon ein paar Begrüßungen erwidern.

Wir verbrachten mehrere Stunden damit umher zu schlendern. Ich war mittlerweile bei der Bank und konnte mir ein paar Lebensmittel kaufen. Zwischendurch trafen wir uns mit Felix, der andere Dinge in Karonga zu tun hatte, und aßen zusammen Mittag

Danach setzten Agness und ich uns auf zwei Fahrradtaxis (jeweils auf den Gepäckträger) und fuhren etwas aus der innen Stadt von Karonga heraus. In einem Wohngebiet besuchten wir ihre Tante, welche mich herzlichst begrüßte und mich nach meinem Jahr hier ausfragte. Wir spazierten gemeinsam zum Malawisee, der nicht weit entfernt war, und der Ausblick war unglaublich schön !

Später gingen Agness und ich noch zu einem alten Freund von ihr und verbrachten dort bestimmt 2 h mit quatschen. Danach ging es dann mit dem Auto wieder ab nach Chilumba.

Zuhause angekommen setzte ich mich an meinen Laptop und wollte schon einmal mit dem schreiben beginnen, dabei kamen zwei kleine Mädchen neugierig zu mir herein. Ich ließ das schreiben bleiben und holte meinen Fußball heraus, den ich mitgebracht hatte. Sie freuten sich riesig über den Ball und wir gingen raus um zu spielen. Mit der Zeit kamen immer mehr Kinder dazu und wuselten um denn Ball und um mich. Alle total glücklich und aufgeregt über den Ball.

Wir spielten eine ganze Weile bis es dunkel wurde. Dann kam ein Junge namens Yuleka, den ich am Abend davor schon kennengelernt hatte, vorbei. Er ist 17 und in einem Jahr mit der Schule fertig. Wir setzten und gemeinsam vor die Haustür und er begann mir ein paar Wörter in Tumbuka beizubringen. Als es uns davon genug wurde, quatschten wir nur noch und ich zweigte ihm Bilder aus Deutschland. Wir unterhielten uns über die Unterschiede von unseren Heimatländern und über die verschiedenen Bräuche und Verhaltensweisen.

Lisa konnte an diesem Tag schon wieder nicht kommen, da sie noch auf ihr Gepäck aus Lilongwe warten musste, welches ihr von jemandem gebracht werden sollte. Ihre Ankunft wurde noch einmal auf einen Tag verschoben.

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